Axel's Blog

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The Arch Way

Wem Sidux immer noch zu konservativ ist, für den gibt es ArchLinux, eine weitere Distribution, die sich “Simplicity” auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings wird der Begriff hier ganz anders interpretiert als bei Einsteiger- Distributionen wie Linux Mint – ArchLinux definiert Einfachheit als “ohne unnötige Zusätze, Änderungen und Komplikationen” (siehe The Arch Way).

Konsequenterweise enthält die Standardinstallation nur ein Basissystem ohne grafische Benutzeroberfläche und legt die Software- Zusammenstellung komplett in die Hände des Benutzers. Unterstützt wird er dabei vor allem vom hervorragende ArchWiki (EN / DE), das die wohl derzeit beste Wissenssammlung zu Linux Themen im Netz enthält (eigentlich bin ich auf Arch erst über das Arch Openbox Wiki aufmerksam geworden, das mir in meiner #! Zeit oft geholfen hat). Zusätzlich laden lebhafte Foren (auch DE) zu Fragen und Diskussionen ein.

Um sich Arch zu nähern gibt es 2 Ansätze – der einfache Weg ist eine LiveCD, am bekanntesten ist Chakra, das die Arch Basis mit einem KDE4 Desktop verbindet. Und dann gibt es den “Arch Way”, nämlich das System auf Basis der Minimalinstallation selbst zu konfigurieren. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht, wenn man ein paar einfache Tipps beachtet …

Im Gegensatz zu einer Mint- Installation erfordert die Arch- Installation ein paar Vorbereitungen, vor allem Festplattenpartitionierung (z.B. mit PartedMagic, Partitionsnamen notieren) und Verfügbarkeit der Dokumentation (ArchWiki, Beginners Guide, entweder in der Konsole über Lynx oder auf einem Zweitrechner nebenan). Außerdem ist während der Installation eine Kabel- Netzwerkverbindung unverzichtbar (zumindest beim Net Install, oder wenn man nicht in der Lage ist WLAN über die Kommandozeile zu konfigurieren …)

ArchLinux ist also nichts, was man mal schnell seiner Oma in die Hand drückt, um Linux auszuprobieren. Fortgeschrittene Anwender erhalten aber mit Arch eine stets aktuelle und trotzdem stabile Rolling Release Distribution für alle Anwendungsbereiche. Im Gegensatz zu anderen Rolling Release Distributionen gibt es sogar ein Testing Repository, in dem Pakete getestet werden bevor sie allgemein verfügbar werden.

Der Pacman Paketmanager ist leicht zu bedienen (wie apt-get) und die Softwareauswahl ist mit Debian vergleichbar, also riesig, wobei proprietäre Pakete (Flash, libdvdcss, WindowsCodecs, MS-Fonts) schon im Standard- Repository verfügbar sind. Noch mehr Auswahl gibt es über “AUR“, das mit einer Unmenge an Buildscripts und Paketen sogar die Ubuntu PPAs in den Schatten stellt (Installation am einfachsten über yaourt). Dabei bleiben alle Pakete im Originalzustand, d.h. das Arch Team nimmt keine Veränderungen vor, was normalerweise ein Vorteil ist.

Meine erste Arch Installation (damals mit KDE) hat zwei Versuche und ein gutes Wochenende gedauert, aber dabei habe ich mehr über Linux gelernt als in 10 Jahren Mandriva, Suse und *buntu zuvor. Und nachdem Intel ENDLICH seinen Grafiktreiber in den Griff zu bekommen scheint (meine Probleme sind im Moment zumindest gelöst) kann ich Arch jetzt auch produktiv einsetzen … die aktuelle Installation mit LXDE dauerte übrigens nur noch ca. 2 Stunden.

Ein Betriebssystem ist ja immer auch eine Frage der Philosophie, und was das angeht, ist der “Arch Way” jetzt wohl mein Weg, bis auf weiteres ;)

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Aktuelle Browser Benchmarks (Windows)

Nach dem Erscheinen der finalen Version von Chrome 4 und Firefox 3.6 schien es ein guter Zeitpunkt, mal wieder den Peacekeeper Benchmark laufen zu lassen, und die Ergebnisse sind in der Tat bemerkenswert. Kurz zu den Rahmenbedingungen, beide Browser treten und “Real Life” Bedingungen an, d.h. mit einer Reihe von aktiven AddOns (Themes, Adblock, WOT, Proxyverbindung, etc.) und auf nicht mehr ganz taufrischer Hardware.

Hier die Ergebisse für mein Office Environment (ThinkPad T61, Windows Vista):

Benchmark Windows

Erstaunlicherweise schlägt Firefox 3.6 Chrome 4 deutlich, ganz unten dann zum Vergleich noch der IE8.

In der täglichen Arbeit sind keine Geschwindigkeitsunterschiede spürbar, dafür fällt der gestiegene Funktionsumfang von Chrome/ium (v.a. durch die Verfügbarkeit von Erweiterungen) angenehm auf.

Als Fazit bleibt, dass Firefox die Performance- Lücke geschlossen hat, und Chrome (weitgehend) die Feature- Lücke. So bleiben dem Anwender zwei hervorragende Browser- Alternativen, die sowohl vom Funktionsumfang als auch von der Performance ebenbürtig sind. Im Alltag bleiben leichte Vorteile für Firefox, was aber nur daran liegt, dass Chrome von manchen Website Betreibern (z.B. Napster) hartnäckig die Unterstützung verweigert wird.

Unter Linux ist das “gefühlte” Ergebnis ähnlich, ein vernünftiger Test war leider nicht möglich, da für Linux noch keine stabile Google Chrome Version verfügbar ist (und der Peacekeeper Benchmark auf dem von mir verwendeten Chromium Snapshot nicht durchläuft). Firefox / Iceweasel hängt unter Sidux auch noch auf Version 3.5, lässt sich aber aus einem Ubuntu PPA (Jaunty !) nachinstallieren.

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Sidux 2009.4 LXDE

Nachdem Crunchbang 9.10 weiter auf sich warten lässt, bin ich auf der Suche nach einer leichten und aktuellen Desktop Distribution für den täglichen Gebrauch bei Sidux fündig geworden (zumindest sieht es gut aus, nach einer knappen Woche). Sidux basiert auf Debian Unstable (“Sid”) und bietet einen Installer mit verbesserter Hardwareerkennung, einen eigenen Kernel, sowie verschiedene Patches und Tools an (z.B. der Netzwerkkonfigurator “Ceni”).

Als Basis für einen schlanken Desktop bietet sich die XFCE Variante an, die schon von Haus aus sehr genügsam ist. Durch Umstellung auf LXDE und SLIM ließ sich mein System auf 58MB Hauptspeicher nach dem Systemstart und eine Bootzeit (Grub bis Desktop) von 28 Sekunden runterkonfigurieren. Die Softwareauswahl von Sidux XFCE ist für meine Zwecke ziemlich passend, einige XFCE Komponenten wie Taskmanager oder Terminal habe ich beibehalten, weil sie besser funktionieren als ihre LXDE Pendants, dazu kommen einige liebgewonnene #! Tools wie conky, tuxcmd oder gmrun, und der Chromium Browser (Google Chrome OpenSource), der durch seine Geschwindigkeit, sein schlankes UI und seinen Rolling Release Ansatz gut ins Konzept passt.

LXDE sieht mit den Standardeinstellungen immer extrem hässlich aus, mit ein paar Anpassungen (dunkles GTK Theme, Moblin Icons, und transparenter Hintergrund im lxpanel) wird es aber ganz ansehnlich. Tastaturkürzel etc. lassen sich wie von Openbox gewohnt in der ~/.config/openbox/lxde_rc.xml konfigurieren, das Menü lässt sich leider nicht ohne weiteres manuell anpassen, was aber nicht schlimm ist, wenn man einen Anwendungsstarter wie gmrun benutzt.

Zur Paketverwaltung empfiehlt das Sidux Team apt-get. Natürlich kann man sich zur Paketsuche und Installation auch Synaptic installieren, unbedingt halten sollte man sich aber an die Empfehlung das System nur im Terminal (dem “richtigen” Strg+Alt+F1 Terminal, nicht Xterm) und unter Runlevel 3 zu aktualisieren. Das setzt voraus, dass man das Sidux Netzwerk Skript “Ceni” verwendet, das (im Gegensatz zu WICD oder dem Gnome Netzwerkmanager) eine Internetverbindung schon auf der Konsole ermöglicht. Außerdem sollte man vorher unbedingt einen Blick ins Sidux Forum werfen, um zu sehen ob Debian Sid im Moment ernsthafte Probleme hat und man das Update besser ein paar Tage verschiebt. Und sollte wirklich mal was total schiefgehen, ermöglicht apt-get auch ein Downgrade auf eine ältere Paketversion, dazu sollte man die Änderungsliste allerdings nicht zu lang werden lassen.

Hält man sich an diese einfachen Regeln, hat man mit Sidux eine erstaunlich performante und stabile Linuxdistribution, die immer auf dem aktuellsten Stand ist (“Rolling Release”), und mit dem LXDE Desktop sehr genügsam, was Ressourcen angeht. Das macht nicht nur auf älteren Rechnern Sinn, denn schließlich will man ja maximale Performance für seine Programme zur Verfügung haben.

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Iron 4 Beta (Google Chrome)

Mit den aktuellen Betas der Version 4 entwickelt sich Google Chrome langsam zum echten Firefox Killer – Themes, Flash und Rechtschreibprüfung wurden schon in Version 3 unterstützt, neu in Version 4 Beta  ist (neben der Verfügbarkeit für Mac und Linux) vor allem die offizielle Unterstützung von Extensions und UserScripts mit einer offiziellen Google Extension Seite. Die enthält schon wenige Wochen nach dem Start um die 1000 Erweiterungen, darunter z.B.

  • Adsweep: Hervorragender Werbeblocker (Adthwart ist eine Alternative mit Adblock Filterlisten Support, aber im Moment noch nicht stabil genug)
  • Xmarks: Bookmark Synchronisation zwischen IE, Firefox und Chrome (auch auf verschiedenen Rechnern)
  • WOT: Schützt vor zweifelhaften Webseiten (“Web Of Trust”)
  • Flashblock: Blockiert alle Flash Inhalte
  • RSS Subscription Extension: Spendiert Chrome den fehlenden RSS Viewer / Abo – Button

Damit sind die wichtigsten Firefox Erweiterungen portiert, zusätzlich gibt es zahlreiche nützliche Gadgets wie Gmail Checker und Sender, IE Tab, Google Translate Übersetzer, Wave Notifier, und und und … Im Gegensatz zu Firefox lassen sich Themes, Extensions und Userscripts ohne Neustart installieren und (de-) aktivieren, was gerade beim Ausprobieren von neuen Features oder bei der Einrichtung eines neuen Rechners / Betriebssystems eine große Erleichterung darstellt. Die eingebaute Bookmark Synchronisierung (aktuell leider nur Windows) lässt hoffen, dass mittelfristig alle Chrome Einstellung incl. Suchmaschinen und Extensions mit einem Google Server synchronisierbar und damit ohne Aufwand auf andere Rechner / Betriebssysteme übertragbar sind.

Bei der Geschwindigkeit liegt Chrome nach wie vor weit in Führung (siehe Benchmark), und Webseiten- Kompatibilitätsprobleme gibt es kaum noch, außer wenn der Provider explizit auf bestimmte Browserversionen prüft (z.B. Napster.com). Auch wenn man den Fuchs also noch nicht gleich von der Platte werfen sollte, hat Google Chrome endlich ein Niveau erreicht, das es ermöglicht ihn als Standardbrowser zu verwenden – gleiches gilt natürlich auch für die OpenSource Variante Chromium, für die in Ubuntu inzwischen sogar ein Beta PPA zur Verfügung steht.

UPDATE: Seit 2. Januar steht auch ein entsprechender Iron Build zur Verfügung (Windows und Linux). Iron basiert auf Chromium, deaktiviert aber einige Google Features die als kritisch für die Privatsphäre angesehen werden.

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Ubuntu ist nicht Linux

“Ich hab es ja immer gewusst”, werden die Windows- Benutzer sagen, wenn sie dieser Tage vielleicht zufällig im Web einen Artikel über das aktuelle Ubuntu Release “Karmic” lesen. Das tun sie vielleicht, weil sie während des Stunden dauernden Updates von Windows Vista auf Windows Seven gerade Zeit haben (s. hier), oder beim Googeln nach Windows 7 auf eines der markigen Interviews von Mark Shuttleworth stoßen, der sein aktuelles Release als “Windows 7 Killer” anpreist, und (nachdem das jetzt erledigt ist) MacOS als neues Maß aller Dinge angibt … Die Realität sieht freilich anders aus -  Update Probleme, Grafikfehler, Programm- und Systemabstürze erinnern eher an Windows Versionen aus den 90ern als an ein Linux Betriebssystem. “Ich hab es ja immer gewusst”, werden also die Windows Anwender sagen, “dass Linux nichts taugt”.

FALSCH !!!

Entgegen der Wahrnehmung in den Medien ist Ubuntu NICHT Linux. Natürlich ist Ubuntu eine Linux Distribution, und (gerade wegen der markigen Sprüche von Herrn Shuttleworth) mit Sicherheit die bekannteste. Und natürlich ist ein schlechtes Ubuntu Release wie das aktuelle keine gute Werbung für Linux. Im Gegensatz zu einem schlechten Windows Release (wie z.B. Vista) hat man unter Linux aber Alternativen, von denen ich hier mal kurz die (meiner Meinung nach) attraktivsten aufzählen möchte:

  • Mandriva One KDE 2010 – Für mich die Distribution der Stunde, stabil, rund, aktuell, und nach Testberichten “die vielleicht beste Linux Distribution dieses Jahres” (Quelle)
    Benutzt KDE4 als Standarddesktop, unterstützt aber auch Gnome, LXDE, Moblin, und zahlreiche andere Umgebungen
  • Simply Mepis 8.0 – Grundsolide, einfach zu bedienende Desktop Distribution mit viel Liebe zum Detail. Basiert auf Debian 5.0 (Stable) und KDE 3.5,

Dazu gibt es noch viele interessante Linux Distributionen für besondere Anwendungsfälle

  • Parted Magic – LiveCD mit zahlreichen Festplatted Tools allen voran GParted (“Partition Magic”) und  Clonezilla (“Ghost”)
  • Damn Small Linux – Für SEHR alte Hardware (Pentium 200, 64 MB RAM)
  • XBMC Live – Mediacenter für Wohnzimmer PCs
  • Debian 5.0 – Immer noch das Maß aller Dinge auf dem Server
  • Archlinux (Rolling Release) – Bestes Linux für Profis, die sich ihr System individuell konfigurieren (die Basisinstallation kommt ohne ALLES) und immer brandaktuelle Anwendungen haben wollen.

Als bitte nicht vergessen – Linux ist viel mehr als Ubuntu, und es ist gerade die Vielfalt, die es so besonders macht und von anderen Betriebssystemen abhebt

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Mandriva 2010.0 Free KDE

#! hin, Chakra her, beides sind nicht unbedingt Distributionen, die man mal schnell seiner Oma in die Hand drücken kann um Linux auszuprobieren … und das aktuelle Ubuntu 9.10 fährt gerade sehr gemischte Kritiken ein – überhaupt scheint Canonical so eine Art “Linux Microsoft” zu werden, zumindest auf der Beliebtheits- Skala.

Da drängt sich schon mal die Frage auf, was haben eigentlich in der Zeit VOR Ubuntu die Leute gemacht, die nicht in der Lage waren, einen Kernel mit allen Treibern für ihre Hardware zu kompilieren ? Für die gab es Mandrake – das heißt heute Mandriva, ist erfolgreich dem Konkurs entronnen und hat gerade Version 2010.0 “Adelie” veröffentlicht. Grund genug, der sympathischen Französin mal wieder eine Chance zu geben.

Als Basis kommt dabei entweder die “One” LiveCD oder die “Free” Installations- DVD in Frage, aufgrund meiner Linux- freundlichen Hardware (Intel Grafik) und der vielfältigeren Optionen beim Installieren habe ich mich für die “Free” DVD entschieden, die nur Pakete unter GPL beinhaltet (NonFree und PLF Repositories lassen sich aber hier ganz einfach hinzufügen).

Die Installation verlief reibungslos, meine bestehende #! Installation wurde automatisch in Grub eingebunden und nach gut 20 Minuten konnte ich in ein komplettes KDE Environment booten (von der Free DVD kann man aber genau so Gnome oder LXDE, XFCE, Moblin, etc. installieren). Im Gegensatz zu *buntu haben die Mandriva Entwickler ihre Hausaufgaben bei der Hardwareunterstützung gemacht, trotz (beinahe) gleichen Kernel und Xorg Versionen läuft das System absolut stabil und kann auch 3D Grafik schnell und fehlerlos darstellen. Der Bootvorgang ist zügig (1/2 Minute von grub bis KDE Desktop) und wirkt harmonisch und “aus einem Guss”.

Der KDE Desktop ist komplett konfiguriert, inklusive ansprechender Hintergrundbilder und Bildschirmschoner. Die Softwareauswahl ist komplett, Firefox und OpenOffice ersetzen Konqueror / Arora und KOffice. Positiv fällt die Mandriva Netzwerkverwaltung auf, die um einiges intuitiver zu bedienen ist als die KDE Standardlösung, wie sie z.B. in Kubuntu oder Chakra zum Einsatz kommt. Und die Softwareverwaltung zeigt, dass ein RPM- basiertes Paketmanagement durchaus nicht schlechter sein muss als ein DEB- basiertes. Das Angebot an Paketen ist (vor allem unter Einbeziehung von NonFree und PLF Paketen) enorm, zumal RPM immer noch das Lieblingsformat kommerzieller Anwender ist (Vmware, Citrix, …).

Als Fazit bleibt eigentlich nur zu sagen, dass Mandriva zu Unrecht im Schatten von Ubuntu steht – in der aktuellen Version wirkt es wesentlich runder und ausgereifter als Ubuntu 9.10, vor allem in der von mir getesteten KDE Variante. Kaufen … äh … runterladen !!!

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Chakra: Arch + modular KDE + Tools

Nach den entmutigenden ersten Eindrücken vom kommenden Kubuntu Release fand ich es an der Zeit, mal wieder “Distro- Shoppen” zu gehen …

Schon seit längerem hatte mich ArchLinux fasziniert – eine weitere Distribution die sich “Simplicity” auf die Fahnen geschrieben hat, diesen Begriff aber völlig eigenständig interpretiert. Arch wird nur als Minimalsystem (kein X, kein Desktop) oder sogar als Netzwerkinstallation ausgeliefert. Der simple Textmode Installer richtet ein Basissystem ein (ohne Desktop / X), das man dann mit Hilfe des pacman Paketmanagers erweitern kann.

Hier spring das Chakra Project in die Bresche, das auf ArchLinux Basis eine Live CD mit komplettem KDE Desktop und grafischem Installer zur Verfügung stellt. Damit kann man sich einen Sonntag Arbeit sparen, und bekommt trotzdem alle Vorteile von Archlinux:

  • Arch wird fortlaufen aktualisiert (“Rolling Release”), d.h. ein einmal installiertes System kann für immer paketweise upgedated werden
  • Arch nimmt möglichst wenige Änderungen am Kernel und der installierten Software vor, d.h. man erhält (weitestgehend) die Originalversion der jeweiligen Projekte
  • Arch ist sehr aktuell, Pakete werden praktisch sofort zur Verfügung gestellt, sobald ein Projekt eine stabile Version veröffentlicht
  • Das Softwareangebot ist riesig, v.a. wenn man das Community Repository AUR einbezieht (enthält teilweise auch Source Pakete)
  • Arch hat eine tolle Community, in der man zu jedem Problem eine Lösung findet (entweder im Wiki oder in Notfällen im Forum, deutsche Version hier)
  • Arch ist – durch weglassen “unnötiger” Komponenten und Services – schnell und schlank

Außer der KDE Komplettinstallation bietet Chakra noch ein paar Zusatzfeatures:

  • “KDEMod”, einen optimierten und modularisierten KDE Build  (optional auch KDE3)
  • “Shaman”, einen grafischen Paketmanager  (ich bevorzuge weiter das Konsolentool yaourt, das auch AUR Pakete automatisch installieren und bauen kann)
  • “Arxin”, ein grafisches Arch Konfigurationstool
  • Automatische Updates mit Benachrichtigung im System Tray

Dem Alpha Status entsprechend arbeiten die Chakra- Tools stellenweise noch etwas holprig – Shaman fuktionierte erst nach einem Systemupdate (pacman -Syu) und meine Datenpartition wurde – obwohl im Installer angegeben – nicht automatisch gemountet. Trotzdem spart Chakra gegenüber der Arch Standardinstallation einen Haufen Zeit, und hat das Potential, Arch langfristig “massentauglich” zu machen.

Chakra / Arch wird deshalb mein neues Standardsystem – reinen Endanwendern und Linux Neulingen würde ich aber weiterhin zu Mint7 KDE raten, da sich das Projekt noch in einem frühen Entwicklungsstatus befindet.

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Update: Kubuntu Karmic Alpha6

Hier ein kurzes Update über den Stand der Dinge in Kubuntu 9.10 Alpha 6 – Das Networkmanager Widget funktioniert zwar, ABER …

  • Kwin und kdeinit stürzen dauernd ab, was nur durch einen Neustart zu lösen ist
  • Start- Splashscreen fehlt …
  • … und gibt Blick frei auf zahlreiche Fehlermeldungen beim Boot (Intel DRI etc.)
  • 3D Unterstützung (Intel) ist völlig unbrauchbar – 3D Applikationen sind sehr langsam und frieren dauernd ein
  • Updates in Kpackagekit sind chaotisch (gesperrte Pakete, fehlenden Abhängigkeiten …)
  • Der Adblocker von Arora ist weg (wird wohl noch gefixt)

Bei diesem Zustand eine Woche vor Beta Termin, bei einem eher negativen Trend im Vergleich zu früheren Alphas muss man sich ernsthaft frage, ob all diese elementaren Fehler bis zum Release- Termin in gut einem Monat zu beheben sind.

Ich warte auf jeden Fall auf Mint 8 KDE nächstes Jahr, und auch das wird erstmal nur zum Testen in eine separate Partition installiert. Mit selektiven Updates (Kernel 2.6.30, KDE 4.3) ließe sich auch ohne weiteres bis zur Version 10.04 “LTS” Version (mit mehr Fokus auf Stabilität) durchhalten.

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Kubuntu Karmic Koala (Alpha)

Nach einigen netten Reviews und angesichts des nahenden Beta- Termins (1.10.) habe ich beschlossen, mir die nächste Kubuntu Version 9.10 Alpha 5 mal genauer anzusehen.

Positives

Die Installation verlief wie gewohnt reibungslos und natürlich gibt es viele Verbesserungen:

Der Systemstart ist jetzt komplett grafisch, die Umstellung auf grub2 bereitete auf meinem System keine Probleme.  EXT4 (schneller !!!) hatte ich auch schon unter Mint 7 (Kubuntu 9.04) als Filesystem verwendet. KDE 4.3 mach einen sehr guten, runden Eindruck, wovon natürlich auch Kubuntu profitiert (s. auch KDE Artikel).
Große Fortschritte gibt es bei der Integration von GTK Anwendungen, denen jetzt automatisch ein passendes Widget Set übergestülpt wird, Firefox benutzt KDE File Dialoge und für OpenOffice haben sogar die Kubuntu Entwickler selbst eine neue KDE Integration geschrieben. Außerdem werden nach dem Update für K3B jetzt endlich keine KDE3 Programme mehr ausgeliefert. Multimedia Codecs und der Flashplayer funktionieren sie aber ohne Probleme, wenn man sie einmal von Hand nachinstalliert hat.

Ein echter Lichtblick ist auch die neue Version von KPackageKit. Sie stürzt nicht mehr dauernd ab und schlägt bei Bedarf automatisch die Installation zusätzlicher Codecs und Programme vor.

Kritik

Gleich nach der Installation eine herbe Enttäuschung: Das KDE Network-Manager-Widget kann immer noch kein WPA. Geschenkt, bei einer Alphaversion, hätte mir das Problem nicht schon in der FINALEN Kubuntu 9.04 Version ganze Tage versaut … also musste wieder mal der gute alte “network-manager-gnome” herhalten (Kommando “nm-applet”), der dann aber wie gewohnt seinen Dienst tat (gute, schnelle Alternative: wicd).

Beim Browser wurde leider zurückgerudert, anstatt Arora wird wieder Konqueror als Standardbrowser ausgeliefert. Zugegeben ist die verwendete Version Arora 0.8 ein bisschen buggy, ein simples Update auf die (finale) Version 0.9 würde aber die meisten Probleme lösen. Firefox  ist als Alternative sowieso Pflicht (sowohl Arora als auch Konqueror werden von den Webseitenbetreibern nicht durchgängig unterstützt), und sollte deswegen meiner Meinung nach automatisch mit installiert werden.

Leider wurde (wohl aus Platzgründen) auch auf einige KDE “Killer Apps” wie Digikam, Marble, K9Copy oder Kdenlive verzichtet, genau wie auf die KDE Spiele und zusätzliche Themes. Eventuell wäre es besser, auf eine DVD als Installationsmedium umzusteigen, da Kubuntu den Rahmen einer CD immer mehr sprengt.

Dass der Systemstart jetzt über eine Minute dauert und das System (seit nicht mehr genauer nachzuvollziehenden Updates) ab und zu einfriert, ist vermutlich dem frühen Entwicklungsstand geschuldet und wird hoffentlich bis zum Releasetermin Ende Oktober behoben sein.

Fazit

Alles in allem ist Kubuntu Karmic Koala kein schlechtes Release, aber lange nicht der Meilenstein, den die vielen “K”s im Namen vermuten lassen … Mit viel Glück und Experimentierfreude lässt sich Kubuntu 9.10 bereits im Alltag einsetzen, wer eine “Plug&Play” KDE Distribution sucht, sollte aber auf die finale Version Ende Oktober warten, oder noch besser auf die nächste Linux Mint KDE Version, die erfahrungsgemäß Anfang nächsten Jahres erscheinen dürfte.

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KDE4 – Mac für Linux !

KDE4 hat mich seit seinem Erscheinen vor 2 Jahren fasziniert – modernes Design, einheitliches Erscheinungsbild für alle Programme und eine Vielfalt and nativen Anwendungen versprachen eine Art “Mac für Linux” Umgebung, ein Versprechen, dass die ersten Versionen leider nicht halten konnten. Seit KDE 4.2 und 4.3 aber vermehrt gute Kritiken bekommen, scheint es lohnend, sich mal wieder mit der Materie zu beschäftigen …

kd4Als Basis wählte ich nach guten Erfahrungen Linux Mint KDE, das eine “undogmatische” KDE 4.2 Umgebung anbietet (Firefox anstatt Konqueror, OpenOffice anstatt KOffice, Synaptic anstatt KPackageKit und nm-applet anstatt des KDE NetworkManager Widgets, wobei ich für diesen Job Wicd vorziehe).

Wie lebt es sich also mit einer aktuellen KDE Implementierung ? Zunächst die Performance – KDE4.2 fühlt sich auf einem halbwegs aktuellen Rechner flüssig an, und braucht zum Start nur 5 Sekunden länger als der vergleichsweise spartanische #! Openbox Desktop. Anwendungen starten schnell und die Systemlast ist moderat (ca. 250MB belegter Anwendungsspeicher nach dem Start).

Die Oberfläche ist intuitiv, ich mag besonders das neue KDE Menü (wegen der eingebauten Suche) und die flexible Gestaltung des Desktops durch Widgets, obwohl mein Setup mit Home Folder und Desktop Switcher eher minimalistisch ausfällt. Sehr schön ist auch die nahtlose Integration von GTK Programmen wie Synaptic, Firefox oder OpenOffice, die dank QtCurve das selbe Widget Set (incl. Icons und Schriften) verwenden und so nicht mehr als “Fremdkörper” erkennbar sind.

Das eigentliche Argument für KDE sind seine Programme, von denen ich hier die besten kurz vorstellen möchte:

  • Dolphin ist mein Lieblings- Dateimanager. Er bietet verschiedenste Ansichten (auch Side By Side und ein Mac “Filer” Spaltenlayout), ist komplett konfigurierbar und vereint so die Vorteile der beliebtesten Dateimanager.
  • Amarok ist unbestritten die Messlatte beim Abspielen und Verwalten von Musik (wie Itunes, nur besser)
  • Digikam ist eine hervorragende Fotoverwaltung, die Google Picasa in einigen Punkten (Performance, Editieren) sogar noch übertrifft (der Editor lässt sich als FotoShow auch einzeln aufrufen)
  • Der SMPlayer kann (dank Mplayer als Basis) jedes Video abspielen
  • Kdenlive ist das mit Abstand beste frei verfügbare Video- und DVD- Produktionstool (incl. Effekten und Non-linearem Editor)
  • K9Copy ist der beste DVD Ripper unter Linux
  • BackInTime ist ein sehr benutzerfreundliches Backup Tool, ähnlich der Mac “Time Machine”

Eine ausführlichere Liste, in der man auch Alternativen zu bekannten Windows oder KDE Programmen sehen kann, befindet sich hier.

Kleine Lücken gibt es natürlich auch noch im KDE4 Programm, an erster Stelle fehlt ein Browser – Konqueror mag ja nicht schlecht sein, wird aber im Netz überhaupt nicht unterstützt. Mit dem Webkit Browser Arora gibt es ein vielversprechendes Projekt (incl. Private Mode und Adblocker), das bereits für Kubuntu 9.10 als Standardbrowser diskutiert wird. Und natürlich lassen sich auch unter KDE Firefox oder Chromium benutzen. KOffice2 ist ebenfalls auf einem guten Weg, was die Usability angeht, lässt aber gegenüber OpenOffice noch zu viele Features vermissen um wirklich konkurrenzfähig zu sein (z.B. MS-Office Kompatibilität).

Als Fazit kann man sagen, dass die aktuelle KDE Version das Versprechen “Mac für Linux” endlich erfüllt. Der Anwender erhält eine schnelle, integrierte und gutaussehende Desktopumgebung und einige hervorragende Programme, die man sonst nigendwo findet. Mein “aufgebohrtes” Mint 7 KDE (mit KDE4.3 und Kernel 2.6.30) bleibt also vorerst meine Standardumgebung, nicht zuletzt weil die Arbeit damit einfach Spaß macht.

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